Meine Kochphilosophie

Zu meiner Kochphilosophie möchte ich sagen, wir verwenden hier teilweise auch halbfertige, Convenience-Produkte welche uns die Lebensmittelindustrie anbietet, das erspart uns manchmal Arbeit und Zeit, was nicht nur bei den Jugendlichen von Interesse ist. Ein Beispiel dafür ist der Nudelteig, den wir für Maultaschen, Krautkrapfen oder Apfelstrudel im Kühlregal finden. Ein anderes Beispiel sind tief gefrorenes Gemüse oder auch Konservenware wie Blaukraut, das auch aus der Dose einen guten Geschmack abgibt. Wenn man dies selber macht schmeckt es zwar anders, aber nicht unbedingt besser. Doch nicht alles was uns die Industrie anbietet ist sinnvoll. Ein Kartoffelbrei z.B. ist in wenigen Minuten selbst gemacht, da kann Tütenware nicht unbedingt mithalten, was besonders von Interesse ist, wenn man das Gericht für mehrere Personen zubereitet.

Das was ihr in den Kochkursen selbst kocht ist so gut, dass Ihr es bei diesen Gerichten mit Spitzenköchen aufnehmen könnt, – das meine ich wirklich ernst, das ist keine Übertreibung, das haben auch die Kurse vor euch erfahren. Denn wenn ihr über einige Grundkenntnisse verfügt, dann braucht ihr euch nicht von der Gastronomie vergewaltigen lassen. Denn was uns da nicht selten vorgesetzt wird ist eine Zumutung und leider kein Einzellfall, – doch ihr seid dann in der Lage das selbst zu bewerten.

Kochen ist völlig unkompliziert wenn ihr einige Basics, die ihr hier lernt beachtet. In diesem Kochkurs geht es nicht darum wunderschön kombinierte Menüs zu kochen. Ich möchte unsere Kochkurse als eine ganzheitliche Art des Kochen lernens bezeichnen. Manche werden bei der flotten Art die wir an den Tag legen etwas erschrecken, doch das legt sich schon nach kurzer Zeit.

Wir kochen bewusst kein Schicki-Micki-Menü, sondern bevorzugt gute alpenländische Kost, wie man diese eventuell auch in einem guten Restaurant bekommen sollte. Doch leider werden dort nicht selten z.B. Krautkrapfen, ein Produkt aus dem Kühlregal, nicht hausgemacht, mit ein Batzen matschigem und viel zu sauerem Kraut, zerrupften Speck und verkochten Teig serviert. Mit ausgewogenem Geschmack haben solche Gerichte immer weniger zu tun. Ich empfinde so was als eine Zumutung, doch das ist leider kein Einzelfall

Wenn Außenstehende unsere Menüpläne sehen, dann wird kaum einer sagen „oh, welch tolle Menüs!“. Doch ich werde euch zeigen, dass auch einfache Gerichte zu einem schmackhaften Essen zubereitet werden können. Ich möchte eure Aufmerksamkeit noch auf eine Tatsache lenken, – in den Restaurants bekommt ihr meist außer in Speck eingewickelte Bohnen kein Gemüse, kein Lauch-, Blumenkohl- oder Karottengemüse, auch keinen Auflauf mehr, meist auch keinen richtigen Kartoffelbrei und oft nicht mal einen selbstgemachten Kartoffelsalat. Nicht weil dies Hausmannskost wäre, – nein weil Pommes oder tiefgefrorene Röstis oder Kroketten schneller zubereitet und finanziell interessanter sind. Ein anderer Grund ist noch, dass man bei den Covenience-Produkten kaum einen Fehler machen kann, auch geschmacklich nicht. Also ideal für Köche, die sich nicht gerade durch kreative Kochkünste auszeichnen und leider liegt da auch der Grund, warum nicht wenig Gaststätten Existenzprobleme haben. Der Inhaber nimmt aus Kostengründen lieber einen ungelernten oder Jungkoch, der im Gegensatz zu einem erfahrenen Koch von Tuten und Blasen keine Ahnung hat. Wie sollte er auch, mit etwas über 20 Jahren.

Mit dem was ihr hier kocht seid ihr in der Lage von euren Freunden ein ehrliches Lob zu bekommen. Die werden verwundert sein wie gut ihr kochen könnt. Und ich sage Euch, ihr werdet damit oft besser sein als mancher Koch im Restaurant. Das ist keine Übertreibung, sondern meine Erfahrung!